Kundgebung – Bedrohung durch Atomkraftwerke und Atomwaffen

Unter dem Motto „Bedrohung durch Atomkraftwerke und Atomwaffen“ veranstaltete das ‚Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie‘ und die Aachener Aktionsgemeinschaft ‚Frieden jetzt!‘ eine gemeinsame Kundgebung am Aachener Elisenbrunnen. Die Kölner Sängerin ‚Blue Flower‘, bekannt für ihre gesellschaftskritischen und Anti-Kriegs-Lieder, eröffnete mit ihrem Lied: „Bürger, was willst Du noch mehr?“ den Abend. Als Moderator der Veranstaltung begrüßte der Sprecher der Aachener Aktionsgemeinschaft ‚Frieden jetzt!‘, Dr. Ansgar Klein, die ca. 300 interessierten Bürgerinnen und Bürger, die trotz des schlechten Wetters der Einladung zu dieser ungewöhnlichen Mahnwache gefolgt waren. Er hatte ein pralles Programm anzukündigen: zunächst warb Martina Haase (‚AKW-Nee‘) für die nächsten Protestveranstaltungen am 11.3. 12 Uhr vor dem Forschungszentrum Jülich und am 12.3. 14 Uhr am Steenplein in Antwerpen. Jörg Schellenberg, Sprecher des ‚Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie‘, prangerte in seiner eindringlichen Rede die Untätigkeit der Bundesregierung in Sachen Risiko-AKWs in Tihange und Doel an und die Tatsache, dass im deutschen Atomausstiegsgesetz die Urananreicherungsanlage in Gronau und das Brennelemente-Werk in Lingen nicht eingeschlossen seien.

Er übergab das Mikro an Wolfgang Deuster, der am Sonntag an der Blockade-Aktion am Brennelemente-Werk in Lingen teilgenommen hatte. Anlass der Protestaktionen war die Belieferung der belg. Störfallserien-AKW Tihange und Doel durch die Brennelementefabrik in Lingen im Emsland, was durch die Bundesregierung unterbunden werden muss, indem sie keine Exportgenehmigungen mehr für Lieferungen an riskante Akw ausstellt (www.antiatombonn.de/index.php/aktionen-mainmenu-16/aktionen-2015/712-rueckschau-lingen). Deuster rief die Bevölkerung im Raum Aachen ebenfalls zu weiteren Protesten auf und brachte dann seinen Protest in Liedform musikalisch mit seinem Akkordeon zum Ausdruck.

Passend zum Stichwort ‚Brennelemente-Werk Lingen‘ führte Robert Borsch-Laaks mit einer großen Aktivistengruppe, dem ‚Drei-Rosen-Risse Theater‘, und aufwendigen Requisiten vor, wie sich die Aachener Bevölkerung gegen den Brennelemente-Transport von Lingen nach Tihange und Doel wehren sollte. Zur Überleitung zum Thema ‚Bedrohung durch Atomwaffen‘ sang Blue Flower das zu Herzen gehende Lied der ‚Hibakusha‘, der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki: „Never a third bomb!“ (Niemals eine dritte Atombombe!). Christian Neumann, Offizier der Bundeswehr, nahm kein Blatt vor den Mund  in seiner Rede, in der er deutlich machte, wie unverantwortlich z.Zt. in US-amerikanischen und deutschen Regierungs- und militärischen Beratungs-Kreisen mit dem Thema ‚atomare Erst- bzw. Zweitschlags-Option‘ umgegangen werde. Zum Schluss warnte der Blogger und Friedensaktivist Dr. Klaus-Peter Kurch vom Berliner ‚Freidenkerverband‘ mit klaren Worten vor einem Krieg gegen Russland. Er führte aus, dass nicht Konfrontation sondern Kooperation mit Russland im wohlverstandenen Interesse Deutschlands liege und forderte den Austritt Deutschlands aus der NATO. Den eindrucksvollen Abend beschloss Blue Flower mit ihrem Lied: „Wir wünschen uns Frieden“.

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