AKW Doel muss ab Sonntag abgeschaltet bleiben – Belgisches Gesetz eindeutig

Auf Grund der aktuellen belgischen Gesetzeslage muss das AKW Doel 1 bei Antwerpen ab Sonntag abgeschaltet bleiben. Zwar beabsichtigt die belgische Regierung die Laufzeit von Doel 1 bis 2025 auszudehnen. Aktuell ist aber das Gesetz von 2003 in Kraft und dieses begrenzt die Laufzeit der belgischen AKWs auf 40 Jahre. Dieser Zeitpunkt ist für Doel 1 am Sonntag erreicht. Die belgische Regierung arbeitet bereits daran, das Gesetz so anzupassen, dass sowohl ein Laufzeitverlängerung von Doel 1 als auch von Doel 2 um weitere 10 Jahre möglich wird. Für Tihange 1 ist dies bereits durchgesetzt worden.


„Die Wiederaufnahme des Betriebes von Doel 1 wäre unverantwortlich. Das AKW basiert wie auch Doel 2 und Tihange 1 auf dem Know-How der 1960er Jahre. Diese AKWs waren auf eine Laufzeit von 30 Jahren ausgelegt. Die aktuelle Laufzeit ist schon verantwortungslos und jetzt soll das AKW auch noch seinen 50igsten Geburtstag erleben. Die belgische Regierung hat aus den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima nichts, aber auch gar nichts  gelernt.“ so das Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie.

„Selbst wenn eine teure Aufrüstung der Reaktoren gemacht würde, werden sie nicht das Sicherheitsniveau erreichen, das in der Post-Fukushima Ära erforderlich ist. Deshalb sollte ihre Laufzeit nicht verlängert werden. Sie sollten abgeschaltet werden und danach abgebaut werden, und zwar am Tag an dem sie 40 Jahre alt werden. Doel 1 wird das am 15. Februar, Doel 2 am 1. Dezember und Tihange 1 am 1. Oktober 2015.“ sagt Brigitte Artmann, deutsches Mitglied von Nuclear Transparency Watch, einem europäischen Netzwerk, das aus dem Europäischen Parlament heraus gegründet wurde um mehr Transparenz in nuklearen Verfahren zu erreichen. „Als deutsches Mitglied von NTW möchte ich die belgische Regierung auffordern, die internationalen Anforderungen der Espoo Konvention im Interesse der öffentlichen Sicherheit zu befolgen.“
Das Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie präzisiert: „Für die geplante Laufzeitverlängerung und eine Wiederaufnahme des Betriebes muss zwingend eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Dies wird von der belgischen Regierung in allen drei Fällen verweigert. Bei einer solchen Prüfung muss die betroffene Bevölkerung auch in Deutschland einbezogen werden. Wir fordern die belgische Regierung auf, sich endlich an international geltendes Recht zu halten. Greenpeace Belgien kämpft hiergegen bereits juristisch an.“

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