Landeskonferenz der Anti-Atom-Initiativen fand in Aachen statt

Erstmals hat am 10.09.2016 eine Anti-Atom-Landeskonferenz (Lako) in Aachen stattgefunden. Im Welthaus An der Schanz trafen sich 30 Atomkraftgegner/innen, die stellvertretend für 23 Gruppen aus Belgien, den Niederlanden und NRW wichtige Themen diskutierten und die nächsten Aktionen gemeinsam planten.

Dabei gab es drei zentrale inhaltliche Punkte:

  • Wie kann der Druck auf die Betreiber des AKWs Tihange, der Urananreicherungsanlage in Gronau und der Brennelementefabrik in Lingen erhöht werden?
  • Wie können Castortransporte von Jülich nach Ahaus oder in die USA verhindert werden?
  • Wie kann die rot-grüne NRW-Landesregierung bezüglich dieser Themen endlich zum Handeln gezwungen werden?

Trotz „Atomausstieg“ gibt es noch sehr viele ungelöste Probleme in Deutschland.
Während die letzten acht deutschen noch laufenden Atomkraftwerke bis Ende 2022 abgeschaltet werden sollen, bleibt die nukleare Infrastruktur unangetastet. Sowohl die Brennelementefabrik in Lingen (Niedersachsen) als auch die Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW) verfügen weiterhin über eine unbefristete Betriebsgenehmigung. Beide Uranfabriken versorgen Atommeiler in aller Welt mit Brennstoff, so auch die besonders maroden Meiler Tihange, Doel, Fessenheim und Cattenom. Um auf diesen Misstand hinzuweisen und die Einbeziehung dieser Anlagen in den Atomausstieg zu fordern, wird am 29.10.16 eine große Demonstration in Lingen stattfinden. Aus allen Himmelsrichtungen werden Busse nach Lingen fahren – auch ab Aachen. (www.lingen-demo.de)

Ruth Kalf, Mitglied der belgischen Bürgerinitiative noT2D3.be, berichtete, dass man gerade dabei sei, eine Bürgerklage gegen Tihange 2 und Doel 3 vorzubereiten und einzureichen. Bereits im Dezember 2015 war eine Verbandsklage eingereicht, aber als nicht begründet abgewiesen worden. Jetzt wird ein zweiter Versuch mit Privatklägern gestartet und dafür werden weitere Unterstützer und Spender gesucht. Mehr Infos und eine ausführliche Darstellung der komplexen Sachlage auf www.noT2D3.be

Aus den Niederlanden war Rob Hoenen, Mitglied der Milieu front Eijsden angereist und schilderte die dortige Situation: „ Die Bevölkerung hängt inzwischen immer mehr STOP TIHANGE-Plakate auf. Der Ort Eijsden ist Gelb,“ fasst Rob Hoenen den Erfolg seiner Aktion kurz und klar zusammen.

Ein weiteres Thema auf der Lako waren die drohenden Castortransporte von Jülich nach Ahaus. Im „Sommerloch“ hat das Bundesamt für Strahlenschutz eine Einlagerungsgenehmigung für das Ahauser Zwischenlager erteilt. Nun will die Stadt Ahaus gegen diese Genehmigung klagen. Es stehen aber immer noch drei Optionen offen:

  • Neubau eines gegen Erdbeben und Fluzeugabstürze gesicherten Zwischenlagers in Jülich,
  • Transporte der 152 Castorbehälter vom Jülicher Lager ins Zwischenlager nach Ahaus und
  • der Export der Castoren in die USA. „

Die USA-Option ist zwar in weite Ferne gerückt, jedoch ist sie noch längst nicht vom Tisch“, sagt Marita Boslar vom Aktionsbündnis STOP WESTCASTOR. Demos und Mahnwachen gegen diesen Atommüll-Tourismus sind bereits geplant.

Die Volksküche Nordeifel sorgte für hervorragende Verpflegung der Lako-Teilnehmer/innen.

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