Nachlese zu den Aktionen am Drei-Länder-Eck

Liebe Freund*Innen in der Region,
am 14. Juni 2015 war ein ganz besonderer Tag im Kampf gegen die Risse-Reaktoren vor unserer belgischen Haustüre. Bei herrlichem Wetter versammelten sich in den vier Nachmittagsstunden etwa 400 Menschen – so viele wie noch nie bei den bisherigen Demos am Dreiländereck. Viele waren eher zufällig als Wanderer, Läufer und Radler vor Ort und blieben für eine Zeit, um Schlange zu stehen beim Unterschreiben der Petition und um Info-Materialien mitzunehmen. Auch der Ausschank unseres „Rissling-Sektes“ mit dem besonders prickelnden Bouquet, war über Stunden umlagert – denn es gab 15 Monate Stillstand der Reaktoren zu feiern.

Ein spontanes Gedicht zweier junger Leute, das wir in unserem Spendenfass fanden, beschreibt sehr schön die Stimmung.

„Wir sitzen hier im grünen Wald
Die Sonne scheint und es ist nicht kalt
Gemeinsam stehen wir auf für eine gerechte Welt
So wie es dem Kobold und Binu gefällt
Wir sagen Danke für die Organisation
40.000 Stimmen ist ein guter Lohn!!!“

Besonders viel Applaus bekam der Sketch des „Risse-Theaters“ der 3-Rosen, in dem Materialwissenschaft zur Versprödung des Reaktorstahls verständlich in Szene gesetzt wurde.

Der „Offenbarungseid„, sprich: die Rückmeldungen der angeschriebenen Gemeinden in D und NL zum Katastrophenschutz, zeigte einmal mehr, dass der Ernstfall noch nicht wirklich in den Köpfen derer angekommen ist, die dann die Bevölkerung schützen oder evakuieren müssen. Jod-Pillen und hilflose Kommunikationsversuche sind keine Lösung. Das Fazit kann nur heißen, wie es Kurt Rieder und Rob Hoenen formulierten: „Wir müssen dranbleiben“.
Eine erfreuliche Überraschung: Auch im niederländischen Limburg regt sich der Widerstand und es gibt Initiativen von Stadt- und Gemeindeparlamentariern dem Aachener Beispiel zu folgen und eine parteiübergreifende Resolutionen zu verabschieden, die eine dauerhafte Stilllegung der Risse-Reaktoren fordern.

Die Petition des Drei-Länder-Bündnisses gegen den Neustart hat in den letzten Tagen eine erstaunliche Entwicklung genommen. Mittlerweile sind es weit über 2.000 „reale“ Unterschriften auf Papier und viele haben Listen und Flyer mitgenommen, um in ihrem Umfeld weiter zu sammeln. Die Online-Petition hat seit dem letzten Freitag einen  Sprung von bis dahin gut 5.000 auf mittlerweile über 40.000 Unterschriften geschafft. Aktueller Stand: Online Petition aktuell  Der Grund hierfür ist, dass die Plattform, über die wir diese Petition gestartet hatten (www.change.org) nun begonnen hat, aktiv unser Anliegen an die Mitglieder ihres Netzwerkes zu verbreiten.

Damit sind wir dem Ziel, die FANC nach den Sommerferien die Petition mit zehntausenden Unterschriften zu konfrontieren, ein großes Stück weitergekommen. Vielleicht hängen wir auch noch eine Null dran!?!

Die zum Teil mehrstündige Verweilzeit der Besucher der Veranstaltung war auch ein Erfolg des bunten Programms mit Redebeiträgen in vier Sprachen, dem Maastrichter Chor „Stem des Volks“ und den Liedern von Gerd Schinkel. Ganz besonders bewegend war seine Hommage an den kürzlich verstorbenen Liedermacher Walter Mossmann, der in den 70er Jahren die musikalische Stimme der Anti-Atombewegung war.

Natürlich durfte auch diesmal die kürzeste Demo durch drei Länder ringsum den Drielandenpunt nicht fehlen. Am Ende sorgte das Schlagsaiten-Quantett mit schwungvoller Gitarrenmusik für einen entspannten Ausklang eines tollen Aktionstages.

Herzliche Grüße / hartelijke groetjes, Robert

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