Pressemitteilung zum 26. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl am 26.4.86 und zu den Plänen der Bundesregierung

Erst 26 Jahre ist die Katastrophe, das Reaktorunglück von Tschernobyl, her. Das bedeutet, noch nicht einmal die Hälfte des radioaktiven Cäsiums, das Teile der Welt bis nach Westeuropa in Mitleidenschaft gezogen hat, hat ausgestrahlt. Dazu kommen noch die radioaktiven Stoffe mit Halbwertszeiten von bis zu 24 110 Jahren.

Das wiederum heißt – neben vielen anderen entsetzlichen Folgen: Zu den mehr als 300 000 Schwerstversehrten in der Ukraine und Weißrussland kommen täglich neue hinzu. Von dem jeweiligen Staat werden sie nicht anerkannt, weil das Geld, sie zu versorgen und zu „entschädigen“, fehlt. Kinder in der 3.Generation haben unter der Belastung durch die erhöhte Strahlung zu leiden und kommen mit gehäuften Missbildungen und Gesundheitsschäden zur Welt.

Das heißt – auch – in Bayern gilt weiter: „Auch 25 Jahre nach dem GAU in Tschernobyl sind einige Tiere und Pflanzen derartig verstrahlt, dass sie nicht gegessen werden sollten. Vor allem Wildschweinfleisch und Pilze wie Pfifferlinge und Semmelstoppelpilze weisen die 3- bis 20-fache Belastung dessen auf, was dem Menschen noch zuzumuten ist“ (stern.de 3.4.2011)

26 Jahre nach dieser Katastrophe, 1 Jahr nach der Katastrophe in Fukushima plant die deutsche Bundesregierung dennoch mit am Bau eines Atomreaktors in Brasilien, indem sie eine 1,3-Milliarden-Bürgschaft vergeben will. Weitere Bürgschaften für hochriskante Atomreaktor-Projekte in Indien, China, Finnland und Großbritannien sollen womöglich folgen, obwohl weltweit der

Widerstand der Bevölkerung gegen Atomreaktoren stark wächst. Und das in Zeiten von Finanzkrise und knappen Kassen!

Darüber hinaus beliefert Deutschland 10% der weltweit laufenden AKWs mit Kernbrennstoffen aus der Urananreicherungsanlage in Gronau.

Jörg Schellenberg vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie äußerte erhebliche Zweifel am Willen der momentanen Bundesregierung unter Frau Merkel, den beschlossenen Atomausstieg und die konsequente Umstellung auf Erneuerbare Energien tatsächlich durchzuführen.

Auch der mangelnde Ausbau der Stromnetze und Stromspeicher-Kapazitäten ebenso wie die neue massive und ruinöse Bremse für die Solarfirmen sprechen leider dafür, dass die momentane Bundesregierung in erster Linie die Gewinn-Interessen der großen Stromkonzerne vertritt.

Am Samstag, den 28.4.2012 wird es zu den Plänen der Bundesregierung einen Informationsstand am Holzgraben geben. Interessierte Bürger haben dann die Möglichkeiten mit einer erneuten Willensbekundung in Form von Protestkarten Einfluss zu nehmen.

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